Kaffee, Espresso und Co. sind einige der beliebtesten Wachmacher überhaupt. Warum das so ist, ist allgemein bekannt: Sie enthalten Koffein. Doch welche Kaffeespezialität hat eigentlich den höchsten Koffeingehalt? Wie lässt sich das mit anderen koffeinhaltigen Nahrungsmitteln vergleichen? Warum wirkt Koffein anregend? Und ab wann wird der Konsum ungesund? Hier findet ihr alles, was ihr zum Thema Koffein wissen müsst!
Gleich so viel vorneweg: Die Frage „Wie viel Koffein hat ein Kaffee?“ ist nicht so einfach zu beantworten – zumindest nicht generell, denn der Koffeingehalt variiert bei verschiedenen Kaffeespezialitäten stark! Ein Cappuccino hat einen anderen Koffeingehalt als ein Filterkaffee, ein Cold Brew wiederum einen anderen als ein Espresso. Denn die Koffeinmenge in Kaffee hängt von Faktoren wie der Zubereitungsart, der Bohnensorte und der verwendeten Menge Kaffee ab.
Wir haben für euch zusammengefasst, welche Kaffee-Variationen welchen Koffeingehalt haben – im Folgenden handelt es sich immer um Durchschnittswerte, die sich auf eine Tasse beziehen: ca. 150 ml, bei Espresso ca. 40 ml.
Kaffeespezialität | Koffeingehalt (pro Portion) |
Filterkaffee | 80-120 mg |
Espresso | 50-60 mg |
Ristretto | 40-55 mg |
Cold Brew | 150-200 mg |
Cappuccino | 50-60 mg |
Latte Macchiato | 50-60 mg |
Cortado | 45-55 mg |
Entkoffeinierter Kaffee | ca. 3-5 mg |
Die Koffein-Frage aller Fragen ist damit vorerst geklärt: Ein Espresso ist nicht die koffeinhaltigste Variante. Tatsächlich ist der Filterkaffee aufgrund seiner Menge an verwendetem Kaffeepulver und der längeren Brühzeit eine der koffeinreichsten Optionen, während Espresso durch seinen konzentrierten Geschmack oft stärker erscheint, jedoch auf die Gesamtmenge weniger Koffein enthält. Cold Brew hingegen überrascht mit seinem hohen Koffeingehalt, der durch die lange Extraktionszeit entsteht – und das, obwohl er durch seinen milden Geschmack so gar nicht „stark“ am Gaumen wirkt.
Als Grundsatz gilt: Je kürzer das Kaffeepulver mit Wasser in Kontakt kommt, desto niedriger ist der Koffeingehalt des Kaffees. Das liegt daran, dass Koffein wasserlöslich ist – und bei langem Kontakt mehr wasserlösliche Stoffe aus dem Kaffeemehl extrahiert wird. Bei einem Espresso rinnt das Wasser kürzer durch das Kaffeemehl, somit ist weniger Zeit, Koffein zu lösen.
Wusstest du, dass entkoffeinierter Kaffee nicht komplett koffeinfrei ist? Selbst „koffeinfreier“ Kaffee enthält etwa 0,1 % Koffein. Der Grund liegt in der Extraktionsmethode: Ein kleiner Anteil Koffein bleibt immer in der Bohne erhalten.
Koffeinfreier Kaffee bietet eine hervorragende Alternative für alle, die den Geschmack von Kaffee genießen möchten, ohne die stimulierende Wirkung des Koffeins. Der Prozess der Entkoffeinierung beginnt in der Regel vor dem Rösten der Kaffeebohnen. Die Bohnen werden zunächst mit Wasserdampf behandelt, um ihre Zellstruktur durchlässiger zu machen. Anschließend wird ein Extraktionsmittel hinzugefügt, das das Koffein aus den Bohnen löst. Dabei kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz:
Aber wie viel Koffein bleibt in „koffeinfreiem Kaffee“ dann übrig? Selbst bei sorgfältiger Entkoffeinierung bleibt ein geringer Anteil an Koffein in den Bohnen enthalten. Laut EU-Verordnung darf entkoffeinierter Kaffee maximal 1 Gramm Koffein pro Kilogramm Bohnen enthalten. Zum Vergleich: Eine Tasse unbehandelter Kaffee enthält so viel Koffein wie etwa 15 Tassen koffeinfreier Kaffee.
Wer auf natürlichem Weg weniger Koffein konsumieren möchte, kann auch auf von Natur aus koffeinarme Kaffeesorten zurückgreifen. Einige seltene Kaffeepflanzen, wie die Mascarocoffea aus Madagaskar, enthalten von Natur aus kaum Koffein.
Cold Brew führt bei den Kaffeespezialitäten im direkten Vergleich. Der Grund liegt in der Zubereitung: Durch die lange Brühzeit im kalten Wasser wird mehr Koffein extrahiert, wie vorhin beschrieben. Filterkaffee liegt ebenfalls weit vorne, da hier eine größere Menge Kaffee und im Vergleich zum Cold Brew heißes Wasser verwendet wird.
Pro Milliliter enthält Espresso mehr Koffein als Filterkaffee. Eine durchschnittliche Tasse Filterkaffee (150 ml) hat jedoch mehr Koffein als ein Espresso (40 ml). Der Eindruck, dass Espresso „stärker“ ist, liegt oft am intensiveren Geschmack. Tatsächlich aber wird beim Espresso eben aufgrund der kurzen Brühzeit weniger Koffein gelöst. Dennoch spielt die Zubereitung eine entscheidende Rolle: Ein zu lange extrahierter Espresso kann mehr Koffein enthalten, dann allerdings auch bitter schmecken.
Wie du einen Espresso perfekt zuhause zubereiten kannst, verraten wir dir übrigens ebenfalls in einem speziellen Artikel – klick dich rein für das perfekte Geschmackserlebnis wie in Bella Italia!
Es gibt verschiedene Faktoren, die das im Kaffee enthaltene Koffein beeinflussen. Die wichtigsten erklären wir dir hier:
Koffein findest du nicht nur in Kaffee, sondern auch in Tee, Energy-Drinks, Cola und – wer hätte das gedacht – auch in Schokolade. Hier sind einige Vergleichswerte auf Basis des EUFIC – dem EU Food Information Council:
Wusstest du bis eben, dass dunkle Schokolade Koffein enthält? Hier gilt: Je höher der Kakaoanteil, desto mehr Koffein steckt in der Schokolade. Besonders bei hochwertigen Schokoladen mit 85 % oder mehr Kakaogehalt kann der Koffeingehalt spürbar sein. Das macht dunkle Schokolade nicht nur zum Genuss, sondern auch zu einem sanften Wachmacher.
Jetzt wird’s ein bisschen wissenschaftlich – für alle, die es ganz genau wissen möchten: Koffein ist ein Alkaloid und gehört zur Gruppe der Methylxanthine. Es kommt in den Samen, Blättern und Früchten bestimmter Pflanzen ganz natürlich vor, darunter die Kaffeepflanze. Chemisch betrachtet ist Koffein eine geruchslose, leicht bittere Verbindung.
Seine chemische Formel lautet C8H10N4O2, was aufzeigt, dass Koffein aus Kohlenstoff (C), Wasserstoff (H), Stickstoff (N) und Sauerstoff (O) besteht. Die Struktur des Moleküls ist komplex und umfasst mehrere Ringe, darunter eine Purinbasis, die auch in genetischem Material wie DNA vorkommt. Koffein ist ein Purinalkaloid, das aus einem zweifach substituierten Imidazol- und Pyrimidinring besteht. Diese chemische Struktur macht Koffein wasserlöslich und sorgt dafür, dass es schnell vom menschlichen Körper aufgenommen wird. Nachdem man also seinen Kaffee genossen hat, verteilt sich Koffein innerhalb von 15 bis 45 Minuten im Blut und erreicht alle Organe, einschließlich des Gehirns.
Koffein wirkt, indem es im Gehirn Adenosin-Rezeptoren blockiert. Adenosin ist ein sogenannter Neurotransmitter, der das Nervensystem beruhigt und Müdigkeit signalisiert. Durch die Blockade bleibt der Körper wacher, die Konzentration steigt, und die Reaktionsgeschwindigkeit verbessert sich. Darüber hinaus hängt die Wirkung von individuellen Faktoren ab, wie etwa der Gewöhnung an Koffein oder genetischen Unterschieden, die die Verarbeitung von Koffein im Körper beeinflussen.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat umfassende Studien zu Koffein durchgeführt und Empfehlungen formuliert, welche Mengen als sicher gelten.
Für Erwachsene:
Für Kinder und Jugendliche:
Wenn wir davon ausgehen, dass ein Erwachsener über den Tag verteilt z.B.:
läge der Gesamtkonsum von Koffein bei 290 mg Koffein und wäre damit eine unbedenkliche Menge.
Ab einer Menge von mehr als 600 mg pro Tag können jedoch Nebenwirkungen wie z.B. Nervosität, Zittern und Schlaflosigkeit auftreten. Besonders wichtig ist es, auf die individuellen Grenzen zu achten, da manche Menschen empfindlicher auf Koffein reagieren als andere. Alle Informationen zur EFSA-Risikobewertung für Koffein gibt es unter: https://www.efsa.europa.eu/de/corporate/pub/efsaexplainscaffeine150527
Höre auf deinen Körper. Jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Koffein, und was für den einen unproblematisch ist, kann für einen anderen zu viel sein. Moderater Koffeinkonsum ist unbedenklich und kann sogar gesundheitliche Vorteile bieten – mehr dazu findest du auf unserem Segafredo Blog.
Ob du nun Kaffeespezialitäten mit mehr Koffein – wie einen Filterkaffe oder Cold Brew – bevorzugst oder sanftere Kreationen wie einen selbst zubereiteten Cortado: Bei Segafredo Zanetti Austria haben wir die passende Kaffeeauswahl für dich. Unser Tipp: Schau in unserem Segafredo Online Shop vorbei und finde den Kaffee, der zu dir passt! Dafür kannst du mit wenigen Klicks in der Filterfunktion einstellen, welche Intensität dein Kaffee haben soll, welchen Röstgrad und welche Zubereitungsart du am liebsten magst – schon werden deine optimalen Kaffeesorten von Segafredo angezeigt.
Von intensiven Röstungen wie den Selezione Espresso oder den Segafredo STORIA über helle Röstungen wie den Selezione Arabica oder den Passione Lungo bis hin zum Espresso Casa, die optimale Wahl für Latte Macchiato: Hier ist für jeden der optimale Kaffee dabei.